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Gelbkörperchen und Progesteron - hier gibt es ein paar Fakten

Was sind Gelbkörperchen und warum sind sie so wichtig für eine Schwangerschaft?

Wenn Du gerade versuchst schwanger zu werden und es einfach nicht klappen will, macht es Sinn sich mit Deinen Gelbkörperchen zu beschäftigen und herauszufinden, ob Du vielleicht an einer Gelbkörperschwäche leidest.

Was sind Gelbkörperchen?

Wenn ein Follikel herangereift ist, springt während des Eisprungs die Eizelle aus dem Follikel heraus. Die leere Hülle wandelt sich dann in Gelbkörperchen um und das Gelbkörperhormon Progesteron entsteht. Dieses Hormon dient dazu, dass die Schleimhäute der Gebärmutter umgebaut werden und somit empfangsbereit für eine befruchtete Eizelle sind. Ungefähr vier bis fünf Tage nach dem vollendeten Eisprung ist die Gebärmutterschleimhaut empfangsbereit, dieser Zustand dauert aber nur ca 12 Stunden an- diese Phase des weiblichen Zyklus nennt man Lutealphase.

Die Phasen des weiblichen Zyklus

Der weibliche Zyklus ist in vier Phasen unterteilt:

  1. Menstruationsphase
  2. Follikelphase
  3. Eisprung (Ovulation)
  4. Lutealphase

Wenn es in der Lutealphase nicht zu einer Einnistung der befruchteten Eizelle kommt, gibt es eine sogenannte Rückkopplung, das wird vom Gelbkörper registriert und die Hormonproduktion wird eingestellt, das Gelbkörperchen hat also “entschieden” nicht mehr zu funktionieren. Als Folge kommt es zu einer Abbruchblutung (= Periode). 

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, warum es dann auch Frauen gibt, die keinen Eisprung, aber trotzdem ihre Periode haben. Das liegt ganz einfach daran, dass auch die Gebärmutterschleimhaut eine Halbwertszeit hat. Während jedem Zyklus bereitet sich die Gebärmutter auf einen möglichen Eisprung und Einnistung vor. Wenn nun kein Eisprung stattfindet, bekommt die Gebärmutterschleimhaut auch kein hormonelles Signal, aufrecht erhalten zu werden. Deshalb fällt die Gebärmutterschleimhaut in sich zusammen und blutet ab, wird also ausgeschieden.

Was ist eine Gelbkörperschwäche?

Eine Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) ist eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Bei einer Gelbkörperschwäche wird das Gelbkörperhormon Progesteron nicht oder nicht ausreichend produziert. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut nicht kräftig genug um die befruchtete Eizelle zu halten. Wenn Frauen keinen Eisprung haben, können sie auch keine Gelbkörperschwäche haben. Da es ohne Eisprung nicht zur Bildung des Gelbkörperhormons kommt. 

Wenn Frauen eine Gelbkörperschwäche haben, entwickeln sie oft eine Art Miniblutung vor der eigentlichen Periode. Das nennen wir auch Spotting. Du kannst Dir das ein wenig wie ein Flackern einer Kerze, die kurz davor ist auszugehen, vorstellen. Das ist eine natürliche Reaktion des Körpers, wenn er merkt, dass etwas nicht stimmt. Das heißt im Umkehrschluss, dass Du an dieser bräunlichen Blutung vor Deiner Periode erkennen kannst, dass Du eventuell eine Gelbkörperschwäche hast.

Welche Wirkung hat das Progesteron?

Das Gelbkörperhormon Progesteron hat auf Deinen Hormonhaushalt und Deine Basaltemperatur einen Einfluss. Wenn beim Eisprung der LH Wert (luteinisierendes Hormon) ansteigt, kommt es zum Auslösen des Eisprungs. Durch das nach dem Eisprung gebildete Progesteron, steigt Deine Temperatur um 0,2-0,5 Grad. Bei der Temperaturmethode kannst Du Dir dies zu Nutzen machen und durch regelmäßige Messungen der Temperatur herausfinden, wann Dein Eisprung stattfindet.

Substituierung von Progesteron

Viele empfehlen Progesteron ab dem Eisprung zu substituieren und dadurch rechnen sich Frauen besser Chancen auf eine Schwangerschaft aus. Dies ist allerdings ein Irrtum, denn eine Gelbkörperschwäche ist ein Anzeichen für eine schlechte Follikelreifung. Anders ist es, wenn ein Eisprung im Rahmen einer künstlichen Befruchtung ausgelöst wird. Da in dieser Situation wirklich ein Eisprung stattgefunden hat, macht auch das substituieren von Progesteron Sinn. 

Du kannst in Deiner zweiten Zyklushälfte von Deiner Ärztin/ Deinem Arzt bestimmen lassen, ob Du eine Gelbkörperschwäche hast. Sollte das wirklich der Fall sein, könnt ihr gemeinsam entscheiden, wie die Bildung von Progesteron natürlich oder künstlich unterstützt werden kann. Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Mönchspfeffer (Agnus Castus) 
  • Tabletten zur oralen Anwendung
  • Zäpfchen zur vaginalen Anwendung
  • Cremes
  • Spritzen zur täglichen Anwendung oder Depotspritzen

Wichtig ist, dass Du das auf jeden Fall mit deiner Ärztin/ Deinem Arzt besprichst, damit Du sicher sein kannst, dass eine Anwendung auch sinnvoll ist. Außerdem können auch pflanzliche Medikamente zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen. 

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Symptome einer Gelbkörperschwäche

Frauen mit einer Gelbkörperschwäche erleiden oft in den ersten Wochen einer Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Deshalb ist es üblich, dass Frauen mit habituellen Aborten (also Fehlgeburten) oder Frauen mit einer Muttermundschwäche Progesteron vorbeugend substituieren. Auch hier gilt, dass das unbedingt von Deiner Ärztin /Deinem Arzt verordnet werden sollte. 

Symptome einer Gelbkörperschwäche:

  • Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte (Spotting)
  • zweite Hälfte des Zyklus ist verkürzt (von 14/15 Tagen auf 12 Tage)
  • kein oder langsamer Anstieg der Basaltemperatur
  • Frühaborte, weil die Gebärmutter nicht oder schlecht umgebaut und dadurch unterversorgt ist
  • viele Frauen haben starke PMS Symptome

Wenn Du eines oder mehrere dieser Symptome bei Dir über einen längeren Zeitraum beobachtest, empfehle ich Dir, dass Du Kontakt zu Deiner Frauenärztin/ Deinem Frauenarzt aufnimmst, um eine Gelbkörperschwäche auszuschließen. 

Wie wird eine Gelbkörperschwäche diagnostiziert?

Deine Ärztin/ Dein Arzt wird Dir zum Beispiel zwischen dem 17. und 21. Zyklustag Blut abnehmen und so Deinen Progesteronwert checken. 

Mögliche Ursachen einer Gelbkörperschwäche

  • Störungen im Hormonsystem
  • Alter (Nähe zu den Wechseljahren)
  • keine (ausreichende) Follikelreifung, bzw. kein Eisprung (Dies kann verschiedenste Ursachen haben, z.B.: gerade abgesetzte Pille, Zysten, Veränderungen in den Eierstöcken, Endometriose, PCOS Patientinnen)

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